Was haben die Ahnen meiner Familie eigentlich mit meinem Leben zu tun?

Lange Zeit oft erst, nachdem sie die Herkunftsfamilien verlassen haben, erleben Erwachsene Verstrickungen, Kränkungen, Verwicklungen und belastende Beziehungen.

 

Unser Leben wurde uns geschenkt von unseren Eltern, Grosseltern und Vorfahren. Ihre Lebensspuren sind damit auch in uns, prägen unser Leben. Diesen Spuren neu begegnen und sie zu würdigen, schafft Versöhnung mit uns selbst.

 

In diesem Seminar sehen sich die Teilnehmer*innen das Leben der Ahnen ihrer Herkunftsfamilie, die Bedeutung und ihre Botschaften für unser Mensch-Sein im Hier und Jetzt an.

Wir arbeiten auf der Grundlage systemischer / integrativer Sichtweisen - die Familie wird demnach als Ganzes verstanden, deren Bestandteile immer in Wechselwirkung miteinander stehen.

Wir entdecken gemeinsam heilsame Lebensmuster. Belastende und bindende Muster können langsam aufgelöst werden. Hierzu gibt uns die Familienrekonstruktion unter fachlicher Anleitung den Raum.

 

Eine Familienrekonstruktion geht in drei Phasen vonstatten:

- die Vorbereitungsphase

- die Durchführungsphase

- die Nachbearbeitungsphase

 

Die Vorbereitungsphase

In dieser ersten zwei - bis dreimonatigen Vorbereitungsphase erwecken wir deine autobiographischen Erinnerungen mit verschiedenen Methoden und deinem sozialen Gedächtnis. Du nimmst dich selbst besser wahr und entwickelst ein Bewusstsein für deine Herkunftsfamilie. Im Seminar sehen wir gemeinsam auf die Chronologie der Familienereignisse und erstellen in Folge dein Genogramm. Dann können Fragestellungen erarbeitet werden.

 

Die Durchführungsphase

Die Durchführungsphase ist das Herzstück der Familienrekonstruktion und findet über einige Tage (je nach Gruppengrösse) im geschützten und fürsorglichen Rahmen in einem extra dafür gewählten Seminarhaus statt.

In der Gruppe werden die einzelnen Befindlichkeiten und der aktuelle Stand der Vorbereitungen besprochen. Im Anschluss wird entschieden, welche/r Teilnehmer*in ihre/seine Familie als Star rekonstruiert.

Nun lernt die Gruppe nach und nach jede Lebens -und Familiengeschichte kennen sowie die Jetzt-Situation, die durch das bereits im Vorfeld erstellte Genogramm mehr Bildkraft erhält. Mit Unterstützung der Leitung wie der Gruppe werden eine konkrete Frage, ein Problem oder ein Dilemma formuliert. Dieses dann konkrete Anliegen öffnet den benötigten und vielfältigen Experimentierraum für die jeweilige Teilnehmende, sich mit den konfliktbehafteten Beziehungen auseinander zu setzen. Zugleich können neue Perspektiven und alternative Handlungsmöglichkeiten ausprobiert werden. Dieser Weg kann starke Gefühle auslösen. Die Leitung wie die Gruppe sollen stark genug sein, um diese aufzufangen und wohlwollend damit umzugehen. Dann kann es den jeweiligen Teilnehmer*innen gelingen, ihre eigene Position im Familiengefüge zu reflektieren und neu zu gestalten, Veränderung zu ermöglichen, erste Schritte in diese Richtung zu erkennen.

Nach jeder Rekonstruktion geben die Gruppe, die Leitungsperson/en und die rekonstruierende Teilnehmer*innen Rückmeldungen.

 

Die Nachbereitungsphase

Diese Phase kann sich über mehrere Monate hinziehen und kann - muss aber nicht - auf Wunsch von der Gruppenleitung begleitet werden.

Die Teilnehmerinnen üben die in der Durchführungsphase erkannten neuen Verhaltensmöglichkeiten und Rollen in ihrem Alltag ein, leben sie und verfestigen sie auf diese Weise.

Anmerkung:

Familienrekonstruktion ist NICHT zu verwechseln mit der Methode der Familienaufstellung - eine von mehreren Methoden in der Systemischen Beratung und Therapie.

Achtung! Wichtig zu wissen:

Wir grenzen uns hiermit klar und kritisch ab von der Methode der Familienaufstellung, wie sie Bert Hellinger und Co. praktizieren.

Es sei verwiesen auf die Stellungnahme des DGSF zu dieser Thematik: https://www.dgsf.org/themen/berufspolitik/hellinger.htm